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Unsere Kultur und Werte

Dieses Kapitel ist sicherlich am schwersten umzusetzen. Es gibt keine Patentlösungen und Methoden, die man übernehmen oder sich ausdenken kann und die dann garantieren, dass alles funktioniert. Für den Erfolg dieses Unternehmens müssen viele Aspekte zusammenspielen.  

Einer der Faktoren, die eine "christliche" Schule ausmachen, ist das Vorhandensein von Lehrern, die dieselbe Vision teilen, die an dieselben Werte glauben und gemäß derselben Grundprinzipien handeln. 

An einer "christlichen Schule" muss eine andere Arbeitsethik herrschen,  weil sie im Einklang mit dem fundamentalen Glauben an die Würde der Arbeit und der protestantischen Ethik steht - nämlich dass die Arbeit ihrem Wesen nach etwas Gutes ist. Es ist essenziell, dass sowohl die Lehrer als auch die Kinder im selben Umfeld spielen, arbeiten und handeln. Die Lehrer haben die Rolle von Mentoren inne, da sie den ganzen Tag beobachtet werden. Ihre Glaubwürdigkeit hängt von ihrer Authentizität ab, mit der sie gleichzeitig Diener und Leiter sind, die beobachtet und beurteilt werden können. Ein weiterer Faktor ist die besondere, auf biblischen Prinzipien aufgebaute Unterrichtsmethode. Ein weiteres typisches Beispiel der "wortlosen" Wissensvermittlung in einem informellen Umfeld im Rahmen eines Vertrauensverhältnisses wäre die traditionelle Lehre. Lehrlinge arbeiten an der Seite ihres Meisters und erwerben dabei Fertigkeiten durch Beobachtung, Übung und Imitation. 

Im österreichischen Lehrplan wird die Erziehung und Ausbildung auf die bloße Vermittlung von Informationen beschränkt und die Veränderung der Schüler außer Acht gelassen. Das ist mit ein Grund, warum Ansätze wie dieser in einem kleineren, privaten Umfeld und auf begrenztem Raum besser funktionieren als in einem starren öffentlichen System mit umfangreichen Hierarchien, Matrixorganisationen und ähnlichem. 

Beim öffentlichen Schulsystem hapert es aus mancherlei Gründen. Dass viele Lehrer von ihrem Beruf enttäuscht sind, ist zum Großteil darauf zurückzuführen, dass sie nicht mehr den Eindruck haben, dass ihre Arbeit geschätzt wird. Mit dem Verlust ihrer intrinsischen Motivation haben sie auch ihre Vision und ihr Engagement eingebüßt. Somit verlieren sie auch ihre frühere Freude und Leidenschaft für das Unterrichten.